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Kommentare
***
Am Abend machten Nirvelli und ihre Gäste sich auf den Weg in die Großstadt. Auf dem Dach eines der höchsten Gebäude wollten die Teenager den Abend feiern.
"Karaoke!", rief Nirvelli aufgeregt. "Komm, Tane, lass uns etwas zusammen singen."
"Okay, okay.", lachte er.
Begeistert lief Nirvelli auf die Maschine zu und suchte sofort ein Duett aus. Einen Augenblick später standen sie und Tane am Mikrofon und sangen voller Inbrunst 'Darlin Companion'.
Die beiden hatten ihren Spaß daran, auch wenn der Rest der Gruppe bereits am Tresen Getränke orderte. Die Teens waren es gewohnt, dass Tane und Nirvelli ihr eigenes Ding machten und hin und wieder zu den anderen dazu stießen. Im Laufe der Jahre hatte sich dieses unausgesprochene Aragement ergeben. Tane und Nirvelli hatten so Gelegenheit, ihren Geek-Sinn auszuleben, während die anderen davon verschont blieben und alle waren zufrieden.
"Habt ihr den Neuen schon gesehen?", fragte Leon, nachdem er sein Getränk bestellt hatte.
"Der sieht voll gut aus.", bemerkte Sarah.
"Ehrlich?" Elsa sah sie skeptisch an. "Also, mein Typ ist der nicht."
"Na, dass du nicht magst, war ja klar." Sarah lachte.
"Wieso war das klar? Was soll das heißen?"
"Mädels!" Leon rief genervt dazwischen. Beide sahen ihn überrascht an.
"Interessiert doch keinen, wie der aussieht. Wichtig ist, dass er der neue Captain der Mannschaft werden soll."
"Echt? Das ist so Klischee." Elsa rollte mit den Augen.
"Wieso Klischee?", fragte Pierce.
"Großer Typ, trainiert, blond, gutaussehend."
"Ich denke, er sieht nicht gut aus?" Sarah grinste ihre Freundin höhnisch an.
"Ich sagte, er ist nicht mein Typ.", berichtigte Elsa.
"Ich dachte erst, ihr redet über mich,", platzte Tane in die Unterhaltung, "aber kann ja gar nicht sein. Ich bin ja jedermanns Typ." Verspielt strich er sich mit der Hand durchs Haar.
Alle lachten. Auch Nirvelli kicherte, obwohl ihr ein unsicheres Gefühl im Nacken saß. Verstohlen beobachtete sie die Gruppe. Lachten sie wirklich, weil Tanes kleiner Gag lustig war? Oder weil sie ihn nicht ernst nahmen? Sie wusste, dass Tane und sie angenommen wurden, obwohl sie irgendwie anders waren. Aber hin und wieder glaubte sie diese Blicke bei den anderen zu sehen. Besonders Leon konnte manchmal ziemlich herablassend sein. Bei ihm konnte sich niemand wirklich sicher sein, was er von jemandem hielt. Für Tane würde Nirvelli ohne zu zögern beide Hände ins Feuer legen. Für Leon nicht einmal den kleinen Finger. Es gab immer wieder Phasen, in denen sie sich fragte, warum sie überhaupt mit diesen Sims abhing. Im Grunde genommen passte sie nicht dazu. So wie sie nie irgendwo dazu gepasst hatte. Sie war immer eine Außenseiterin gewesen. Dabei wäre sie so gern wie die anderen. So wie ihre Schwester. Fröhlich, offen und lustig. Aber sie fühlte es einfach nicht.
🌺 HERLAND 📜 Vorgeschichte im [RPG] DAS GROSSE SIMS 4 RPG 📜 WiWo-News - D a s Windenburger Wochenblatt 🌺
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Etwas nachdenklich, aber im Großen und Ganzen doch recht zufrieden mit dem Abend, zündete sie das Feuer im Garten an und schaute in die Flammen.
Sie liebte das Knistern und Knacken der Holzscheite, der Duft schenkte ihr ein wohliges Gefühl. Es roch nach Gemütlichkeit, Geborgenheit und Vertrautheit. Sie dachte zurück an den Tag, als sie überstürzt aus dem Urlaub zurück kamen. Mit Salim hatte sie hier gesessen und er hatte sie wie eine Gleichwertige behandelt. Damals konnte sie damit nicht umgehen. Aber jetzt, als die Erinnerungen in ihr aufkamen, fühlte sie Wärme und Dankbarkeit. Salim war ihr immer ein guter Vater gewesen. Er hatte nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass sie eigentlich nicht sein Kind war. Aber wenn sie an ihn dachte, spürte sie tief in sich, dass er ihr Papa war.
Gerade bei dem Gedanken funkelte etwas am Himmel auf. Nirvelli sah in die Sterne und entdeckte, dass über ihr ein wunderschönes farbiges Schauspiel begonnen hatte. Mit einem Lächeln auf den Lippen legelte sie sich ins Gras und beobachtete die Sonnenstürme - und schlief irgendwann ein.
Wieder einmal setzte sie sich vor die Urne auf den Boden. Sie hatte keine Ahnung, wie oft sie in den letzten 3 Tagen schon so da gesessen hatte. Schweigend, auf die Urne starrend. Sie wusste einfach nicht, was sie tun sollte. Jonas hatte weder Freunde noch Familie gehabt, an die sie sich hätte wenden können. Noch nie in ihrem ganzen Leben hatte sie sich so einsam gefühlt. Sie konnte nicht einmal mehr weinen.
In ihrem Schmerz griff sie zum Handy und scrollte durch ihre Kontakte. Der gesuchte Name schob sich aufs Display - regungslos starrte Mandy den Bildschirm an. Fieberhaft überlegte sie, lauschte dem inneren Konflikt. Schließlich kam sie zu dem Schluss, dass sie im Grunde kaum eine Wahl hatte. Also drückte sie auf das Hörer-Symbol.
Sie hielt die Luft an. Es klingelte. Ein Mal, zwei Mal, das dritte Klingeln war fast beendet, da hörte sie die Stimme. Eine Sekunde zögerte sie. Erst als die Stimme noch einmal fragte, wer da wäre, begann sie zu sprechen. Leise und gebrechlich.
"Hier ist Mandy... Nichts eigentlich... Nein... Doch... Ich wollte... Ich meine... Hast du... Hast du Zeit? Könnte ich, also, dürfte ich... vorbei kommen?... Ja, natürlich. Okay... Also dann bis gleich."
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* * *
Etwas später stand Mandy vor dem Haus, in dem sie selbst mal gewohnt hatte. Es war noch immer ein merkwürdiges Gefühl, als Gast her zu kommen.
Um sie herum schien es ziemlich still. Seit Jonas gestorben war, konnte sie die Stille kaum noch ertragen. Sie war erdrückend - beinahe so, als wäre Mandy der einzige Sim auf Erden.
Mit schweren Beinen ging sie die Treppe hinauf und trat ein. Niemand war da. Von Gefühlen der Vertrautheit, aber auch Angst begleitet, ging sie um den Tisch herum. Zaghaft berührte sie die Arbeitsplatte. Diese Farben hatte sie sich damals gewünscht. Salim hatte alles selbst angestrichen. Generell hatte er sich oft nicht nur ein Bein ausgerissen, um sie glücklich zu machen.
"Mandy?"
Sie hatte nicht bemerkt, dass er plötzlich neben ihr stand. Sie wollte ihn begrüßen, aber sie brachte kein Wort heraus.
"Was ist los?", fragte er schließlich.
Augenblicklich schossen ihr die Tränen in die Augen.
"Ich ... weiß nicht, was ich tun soll, Salim,", begann sie zögerlich. "Ich habe alles vermasselt."
Salim taxierte sie. "Wenn du das mit uns meinst, hast du recht."
"Glaubst du, wir können Freunde sein?"
Er seufzte. "Ich weiß nicht, Mandy. Du hast ziemlich viel Chaos hinterlassen."
"Ich weiß."
"Warum bist du hier?"
"Weil ich ...", sie begann zu schluchzen, versuchte es herunter zu würgen und stammelte: "Weil ich... nicht weiß, wo... ich noch hin gehen kann." Sie schaffte es nicht, Salim anzusehen. Sein kalter, anklagender Blick schmerzte sie körperlich.
"Was soll das heißen? Du wohnst doch bei Tina und ihr seid so unglaublich glücklich. Gibt es Ärger im Paradies? Und jetzt bin ich wieder gut genug?"
Jetzt gab es für Mandy kein Halten mehr. Sie brach lauthals in Tränen aus und weinte wie ein verletzliches Kind.
Salim stand da und beobachtete sie dabei. Sein Mitgefühl für sie hielt sich in Grenzen.
"Ich... hab'... ge-gelo-gelogen."
"Wie erschütternd," entgegnete Salim gelangweilt. "Wobei denn dieses Mal?"
"Tina... Sie... Sie wollte mich nicht. Sie hat mi-mich vor die Tür ge-gesetzt und... Und dann... Dann bin ich zu Jo-Jo-... Jonas. Der hat mich... bei sich... wohnen lassen."
Salim hatte keine Ahnung, wer dieser Jonas war. Und es interessierte ihn auch nicht. Vermutlich nur ein weiterer Fehltritt seiner Ex. Reserviert wartete er, bis Mandy ihre Sprache wieder fand.
"Aber Jonas... ist... Er ist ge-gestorben."
Salims Gesichtsausdruck änderte sich - wurde weicher.
"Wann war das?", fragte er.
"An Nirvellis Geburtstag." Mandy rieb sich mit der Hand die Tränen aus dem Gesicht. Jetzt atmete sie etwas ruhiger.
"Darum warst du so merkwürdig gelaunt."
Sie nickte. "Ich wollte die Stimmung nicht verderben. Nirvelli mag mich sowieso schon nicht so gern."
"Sie liebt dich. Du bist ihre Mutter. Sie wurde nur etwas zu oft enttäuscht."
Wieder nickte Mandy.
"Du hättest es mir sagen sollen." Salim legte seine Hände beruhigend auf Mandys Oberarme.
Ihre Unterlippe begann wieder zu zittern - dann nickte sie ein drittes Mal.
"Ich weiß, es sieht jetzt nicht so für dich aus, aber es wird alles gut werden." Er sprach sanft zu ihr, liebevoll und fürsorglich. Vor einer Weile hatte Mandy diese Seite an ihm genervt, aber jetzt war sie froh, dass sie den Mut gehabt hatte, her zu kommen.
"Was soll ich jetzt tun?", fragte sie.
Er zuckte kurz mit den Schultern. "Was willst du denn tun?"
"Ich weiß es nicht."
"Das glaube ich dir nicht.", entgegnete er. "Du warst immer gut darin, das zu tun, was dir passt. Jetzt musst du auf niemanden Rücksicht nehmen und du weißt es nicht?"
Sie schniefte kräftig und überlegte.
"Vielleicht mache ich meine Reise.", murmelte sie.
Salim nickte. "Das finde ich eine gute Idee."
"Ja, wirklich?"
Er rang sich ein Lächeln ab. Noch nie hatte er Mandy in so einem Zustand gesehen. Obwohl sie ihn so tief verletzt hatte und er noch immer wütend auf sie war, tat sie ihm inzwischen leid. Sie hatte viel mitgemacht und war davon in ihrer Persönlichkeit erschüttert worden. Vielleicht konnte sie all die Jahre nicht anders handeln. Sie war schließlich auch nur die Summe ihrer Erfahrungen. Wo hätte sie soziale Kompetenzen aufbauen sollen, wenn es ihr niemand beigebracht hatte? Vielleicht war sie nur ein Opfer der damaligen Umstände.
"Ich werde los ziehen und andere Länder besuchen.", riss sie ihn aus den Gedanken. "Das wird mir gut tun. Und danach kann ich neu anfangen."
"Da ist sie wieder... Meine Mandy."
"Danke, Salim. Und...", sie zögerte einen Moment. "Es tut mir leid... Dass ich so ekelhaft zu dir war."
Er nickte. "Danke."
Salim wusste, dass es ihr schwer fiel, so etwas zu sagen. Daher bedeutete es viel für beide. Möglicherweise war das der erste Schritt in Richtung Versöhnung.
Denn wer eine Reise tut, der kann dann auch etwas erzählen.
Und so ab und an, so eine etwas verrückte Postkarte von Mandy, könnte ich mir sehr spaßig vorstellen.
Ihr wollt wissen, welche GPG-Sims aktuell in meiner Welt sind?
Dann schaut doch einfach mal hier: https://docs.google.com/document/d/14Zy9mkBs-jH0P7tb_or2-9OcCJJ79txPQmze9j2XDUg/edit?usp=sharing
Das große GP-Inhaltsverzeichnis
(Verlinkungen zu den GP-Geschichten aus Spionelfchens Welt): https://docs.google.com/document/d/1sbeMX4rULwKV6MjQhdunHeYJ1eTsvZqFbK5QwNt3U3U/edit?usp=sharing
EA-ID: Erdmute-Rebenvon
Ähm, da wir ja hier irgendwie Montan Mitbestimmung haben: Ist auch mal so eine Mitfahrt in 'ner Rakete 🚀🪐 drin, nachdem Nirvelli ... nun ja, keine freie Partnerwahl hatte 💞📈😎?
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Übrigens - wenn ich Nirvelli sehe, sehe ich viel von ihrem leiblichen Paps im Gesicht - erstaunlich. 🥰
Mein Generationenspiel
Meine Origin-ID: Julchens77
Instagram (sims-frei)
@Reuse Ich wette, die gute Mandy findet einen Weg. Sie war schließlich früher schon mal pleite und kam gut zurecht. Und hier und da wird vielleicht auch noch ein Platz bei den Mitfahrgelegenheiten sein. Lassen wir uns einfach überraschen...
Was den Raketenausflug werde ich mal sehen, was ich tun kann. Ich bin ja mit Konsole unterwegs, mit Mods läuft da also nix. Aber wir kriegen da schon was hin, denke ich.
@Julchens77 Manchmal muss man erst unten ankommen um zu erkennen, was man für Mist verzapft hat. Aber Hauptsache, man erkennt es.
Und ja, Nirvelli ist extrem nach ihrem Paps geschlagen. Das fand und finde ich irgendwie auch total süß an ihr.
"Ganz gut eigentlich."
"Aber?"
Sie zuckte mit einer Schulter. "Ich weiß nicht. Es sind eben viele neue Gesichter. Aber ich glaube, die Lehrer sind ganz nett."
Beiläufig setzte sie ihren Läufer einige Felder vor und schlug Salims Springer.
"Ach, verdammt.", murmelte er. "Du bist einfach zu schlau zu für mich." Nachdenklich strich er sich über den dichten Bart, setzte einen Finger auf seine Dame, zog ihn aber wieder zurück. "Hmmmmm..." Schließlich entschied er sich für den zweiten Springer.
"Salim?"
"Nirvelli?"
"Kann ich dich etwas fragen?" Ihre Stimme klang unsicher, beinahe so, als würde sie schon lange über etwas nachdenken und sich nun einen Ruck geben, um es anzusprechen. Mit aufrichtigen Blick sah er sie an.
"Du kannst mich immer alles fragen. Das solltest du wissen."
Seine Stieftochter schluckte, sammelte sich und vorsichtig sagte sie:
"Ich habe über etwas nachgedacht."
"Über was denn?"
"Ich ... Als ich klein war, hast du es mir selbst überlassen."
"Was meinst du?"
"Ich sollte selbst entscheiden, wie ich dich ansprechen wollte."
Salim nickte. "Ja, und du hast dich für meinen Namen entschieden."
"Wäre es okay für dich, wenn ich dich Papa nennen würde?"
Salims Augen begannen zu leuchten.
"Das wäre mir eine Ehre, Sonnenschein.", lächelte er liebevoll.
Nirvelli nickte mit gespitzten Lippen. "Okay, cool."
Salim spürte deutlich, dass sie kein großes Drama daraus machen wollte - und das obwohl es für sie eine riesen Sache war. Er tat ihr den Gefallen und hielt sich bedeckt. Im Inneren aber war er so gerührt, dass er am liebsten aufgesprungen wäre, um ihr die Umarmung ihres noch so jungen Lebens zu geben.
"Eure Mutter war hier.", sagte er stattdessen.
Nirvelli starrte ihn an. "Was? Wann?"
"Gestern." Er zog einen seiner Bauern vor - eine Verzweiflungstat, denn er wusste, er hatte keine Chance mehr.
"Und wie geht es ihr?", fragte Nirvelli unterkühlt.
"Nicht so gut. Sie hat einen Freund verloren - bei einem tragischen Unfall."
"Ist ihr etwas passiert?"
"Nein. Aber das war der Grund, weshalb ihr auf deinem Geburtstag nicht zu Feiern zumute war."
Nirvelli seufzte leise.
"Sei ihr nicht böse deswegen." Salim lächelte freundlich.
"Möchtest du nicht mal wieder ausgehen?", fragte seine Älteste, "Mit einer netten Frau?"
Salim lachte. "Willst du mich etwa verkuppeln?"
"Nein, ich finde es nur schade, dass du nichts unternimmst."
"Das selbe könnte ich auch zu dir sagen."
Beschämt schaute sie herunter. "Ich bin nicht gut in sowas. Und eigentlich bin ich ganz gern allein."
"Es ist natürlich deine Entscheidung, aber wenn du mich fragst, finde ich es sehr schade, dass ein großartiges Mädchen wie du sich vor den Sims da draußen versteckt."
"Ach, was soll ich denn bei denen? Die reden ja doch immer nur von Sport und Partys und von diesem blöden Abschlussball. Mich sehen die doch gar nicht."
"Weil du nicht gesehen werden möchtest."
Nirvelli machte einen entschiedenen Satz mit ihrem Turm. "Schach - Matt."
Eine Sekunde starrten die beiden sich schweigend an. Aber Salim ergriff das Wort:
"Ich weiß ja, dass das alles nicht deine Welt ist. Aber wenn du versuchen würdest, dich etwas zu öffnen, dann wärst du vielleicht positiv überrascht."
"Glaube ich nicht."
"Okay, du kannst tun, was du möchtest, aber bitte versprich mir wenigstens, drüber nachzudenken, zum Ball zu gehen."
"Wieso?", fragte sie genervt.
"Weil das eine der wichtigsten Erfahrungen deiner Jugend sein wird. Und ich möchte nicht, dass du später bereust, nicht da gewesen zu sein."
Unschuldig hob er die Hände und wiederholte: "Nur drüber nachdenken, Sonnenschein. Mehr nicht."
"Na gut, ich verspreche es.", seufzte sie.
Einen Moment später klopfte es an der Tür.
"Das wird Tane sein." Nirvelli sprang auf, um den Gast herein zu lassen. "Er wollte heute vorbei schauen."
"Ihr versteht euch ziemlich gut, oder?", fragte Salim.
Gekonnt überhörte Nirvelli ihren Stiefvater und begrüßte ihren Freund.
"Ist alles in Ordnung? Du wirkst angespannt."
Tane rollte mit den Augen. "Eltern."
"Was ist denn passiert?", wollte sie wissen.
Tane reichte Salim die Hand und setzte sich an den Schachtisch.
"Ich soll auf eine andere Schule gehen.", begann er.
"Was?" Nirvelli konnte es nicht fassen. "Aber du bist der Einzige normale Sim dort."
"Ich will ja auch gar nicht wechseln. Aber meine Mutter meint, ich soll auf eine Privatschule."
"Nein, das darfst du nicht." In ihrer Stimme schwang immer mehr Verzweiflung mit. Tane war ihr einziger Freund an dieser Schule. Ohne ihn wäre sie ein Häufchen Elend, das den ganzen Tag einsam in der Ecke herumsitzen würde.
"Vergesst bitte nicht, dass Eltern es mit ihren Kindern in der Regel gut meinen.", warf Salim ein.
"Ich verstehe, dass das schwierig für euch ist. Aber Tane, deine Eltern wollen sicher nur dein Bestes."
"Sie haben mich nicht einmal gefragt.", schimpfte er.
Salim nickte. "Ja, das wird leider immer wieder mal vergessen. Dennoch ist es für dich eine gute Chance. Du wirst bessere Abschlüsse machen und besser bezahlte Arbeit finden können."
"Aber was ist mit uns?" Nirvelli war den Tränen nah.
"Ihr könnt euch doch weiterhin sehen. An den Nachmittagen und Wochenenden. Von mir aus könnt ihr auch hier zusammen übernachten. Auf unterschiedliche Schulen zu gehen, ist kein Drama."
Salim sah abwechselnd in die beiden niedergeschlagenen Gesichter.
"Du solltest diese Chance ergreifen, Tane.", pflichtete er noch einmal bei.
"Okay, ich werde es machen." Entschlossen schlug Tane mit der flachen Hand auf den Tisch.
Salim stand auf und wollte gehen, da sprang Tane ihm entgegen und nahm ihn fest in den Arm.
"Danke, Salim."
Überrascht erwiderte er die Umarmung, klopfte dem Burschen ermunternd auf die Schultern und raunte ein bescheidenes "Nicht doch."
"Was war das?", fragte sie alarmiert.
"Ich weiß es nicht." Salim war ebenso ratlos wie sie.
"Weißt du, wo es herkam?"
Er schüttelte den Kopf. "Es schien von überall zu kommen."
Oryana kam aus dem Wohnzimmer dazu. Sie wirkte normal, unaufgeregt und sogar recht entspannt.
"Sag mal, weißt du, was das gerade war?", fragte Nirvelli auch sie.
"Was? Das Schreien?"
Salim nickte hektisch. "Weißt du etwas?"
"Ja, das war Picasso." Sie zeigte mit dem Daumen hinter sich.
"Wo ist er?", fragte Salim energisch.
"Im Bad."
Salim rannte zum Badezimmer.
"Was habt ihr denn?", Oryana verstand die Panik der beiden nicht.
"Weißt du, was passiert ist?" Nirvelli brüllte ihre Schwester inzwischen fast an.
"Ja,", stutzte sie noch immer. "Der Biss hat gewirkt."
"Was? Welcher Biss?"
"Picasso wurde doch von diesem Käfer gebissen.", erklärte Oryana.
"Welcher Käfer? Wovon redest du?" Nirvelli wurde langsam ungeduldig.
"Es ist alles in Ordnung." Salim kam um die Ecke. Vor ihm lief ein Junge im Kindesalter. Nirvelli staunte nicht schlecht, als sie ihn genauer ansah.
"Picasso?"
Salim nickte belustigt. Er hat scheinbar einen dieser Alterungsbugs im Garten gefunden. Und der hat ihn gebissen. Tja und so wie es aussieht, ist unser kleiner Picasso hier jetzt unerwartet gewachsen."
Nirvelli schnaufte und kratzte sich am Kopf.
"Ja, und was machen wir jetzt? Wie haben ja gar keine Party vorbereitet."
Salim hob die Arme. In solchen Fällen wäre eure Mutter gefragt. Immerhin ist sie die Spontanität in Person."
"Ich weiß, was wir machen." Oryana drängte sich dazwischen. "Papa, du backst einen Kuchen. Nirvelli, du suchst schnell ein paar Geschenke zusammen und Picasso und ich tanzen so lange vor der Anlage."
Einen Moment lang schwiegen die Familienmitglieder und tauschten ratlose Blicke aus. Dann nickte Salim und jeder machte sich an seine Aufgaben.
Angespannt kaute Nirvelli auf ihrem Bleistift herum. Es war nicht fair, dass Salim so etwas gesagt hatte. Was mischte er sich da überhaupt ein? Wollte er Tane von ihr fern halten? Ging es darum? Dass die beiden sich zu nah kommen könnten? Das war lächerlich. Salim hatte sie erzogen und sollte wissen, dass sie verantwortungsvoll war. Vielleicht war er ihm nicht gut genug. Nein, das konnte sie auch nicht glauben. Tane war schon so oft in diesem Haus zu Gast gewesen, dass er beinahe ein Teil der Familie war. Und auch Salim mochte ihn, das spürte sie einfach. Außerdem mochte jeder Tane. Er war einer dieser Sims, von dem alle eine gute Meinung hatten. Er war höflich und charmant, gebildet und klug - rieb es aber niemandem unter die Nase. Er hatte einen wunderbaren Humor und diese Grübchen... Nirvelli seufzte leise. Er sah ziemlich gut aus. In ihrem Geist formte sich das Bild von ihm, wie sie gemeinsam am See saßen. Das Licht fiel auf sein Gesicht und brach sich in seinen Augen. Diese wunderschönen Augen. Sie liebte es, ihn einfach nur anzusehen.
Im Sommer hatten sie gemeinsam im Zelt hinterm Haus übernachtet. Sie konnte kaum schlafen, weil sie ihn zu gern beobachtet hatte. Wie er da lag und friedlich atmete und hin und wieder im Schlaf ein ganz klein wenig lächelte.
Oh, oh, wer ist da schwer verliebt 🤔💘? Also, wenn wir jetzt Schuld sind, dass Tane auf eine andere Schule musste, um bessere Zensuren und Unterrichtsfächer für den angesehenen und hoch begehrten wie dotierten Job des Weltraumrangers zu erlangen ... tut mir das echt leid, Nivelli 🥺. Ich ... ich ... bin gar nicht für ... diese Abstimmungen verantwortlich. Psst, da ist so eine Veranstalterin, die das immer inszeniert ... Ich kam da nur zufällig vorbei 😎 ...
Auf der anderen Seite! Sehen wir es doch mal praktisch. Nirvelli wäre viel zu abgelenkt für ein eigenes schulische Ziel, wenn sie die ganze Zeit nur Tane anstarrt. Los Mädel, an die Hausaufgaben 👩🏻🎓📚 😉.
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Ich weiß gar nicht, wie ist da eigentlich der aktuelle Stand bei den Bugs? Ich habe das Altern ja gerade deaktiviert, weil sonst alle gleichzeitig Party hätten.
Sogar mit Tane geht Salim väterlich um und ermutigt ihn sogar, es doch in der neuen Schule zu versuchen - zum Leidwesen von Nirvelli. Ja, sie muss sich vielleicht selbst mehr zutrauen, dann wird das schon. Und Tane ist ja nicht aus der Welt.
Armer Picasso - der fiese "Käferbiss" ... aber Geburtstagsparty gab´s zum Glück ja noch.
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Heute gibt es nur einen kurzen Einblick in den Haushalt:
Die Tage vergingen, Nirvelli lernte und lernte. Neben der Schule hatte sie sich für den Computerkurs angemeldet. Sie wollte unbedingt in dieser Brange Arbeit finden und hatte hochgesteckte Ziele. Dafür war sie bereit, ihre Zeit zu opfern.
Wenn andere sich Freitags das Footballtraining an der Schule ansahen, saß sie in ihrem Zimmer am Rechner und arbeitete an ihren Fähigkeiten.
"Warum musst du denn immer lernen?", nörgelte ihr kleiner Bruder. "Ich will mit dir Kicken."
"Das hier ist wichtig für mich, Picasso. Außerdem mag ich keinen Ballsport, das weißt du doch."
Der Junge zog ein langes Gesicht.
"Also, was hältst du davon: Du kickst ein bisschen mit Papa und später zocken wir an der Konsole. Ist das okay?"
"Klasse!" Freudig rannte Picasso mit dem Ball unterm Arm davon.
"Da ist ja meine kleine Große.", rief Salim, als er das Geburtstagskind sah. "Alles Gute, mein Stern." Sanft küsste er sie auf die Stirn. "Mama kann leider nicht kommen. Sie ist gerade im Süden unterwegs. Aber sie grüßt dich von Herzen und hat dir einen Brief geschrieben. Und Tane wird vorbei kommen. Er ist ja inzwischen so etwas wie ein Familienmitglied."
"Tane?", Nirvelli horchte auf. "Warum wusste ich nichts davon?"
"Ich weiß es nicht, Liebes."
Nirvelli wusste nicht, was sie davon halten sollte. Warum hatte Tane ihr nichts gesagt? Wollte er sie überraschen?
Kaum hatte sie den Gedanken zu Ende gefasst, öffnete sich die Tür und der junge Gast trat ein.
"Du kommst gerade richtig,", rief Oryana aufgeregt, "Ich will die Kerzen auspusten."
"Da hat es aber jemand eilig.", lachte Salim.
Sie schaffte es kaum abzuwarten, bis alle um den Tisch versammelt waren und prustete kräftig.
Nirvelli gab ihr Bestes, sich mit ihrer Schwester zu freuen, aber innerlich war sie einfach nur enttäuscht. Nicht nur, dass Tane ihr nichts gesagt hatte - er beachtete sie kaum. Die meiste Zeit saß er neben Salim.
Die beiden redeten und scherzten die ganze Zeit miteinander. Schließlich setzte sie ein Lächeln auf und überreichte Oryana ihr Geschenk. Erwartungsvoll riss die kleine Schwester das Pakete auf - und ihr Gesicht fror für einen Augenblick ein.
"Oh, das... Dankeschön."
"Gefällt es dir nicht?", fragte Nirvelli.
"Doch, ja, doch." stammelte ihre Schwester. "Es ist... toll. Danke."
Nirvelli lächelte gequält. Sie hätte gut auf die folgende Umarmung verzichten können.
"Kommst du gleich mit? Wir gehen zum Bowlen."
"Nein. Das ist nichts für mich.", winkte Nirvelli ab. Sie fühlte sich elend und hatte nicht die geringste Lust auszugehen. Und schon gar nicht mit der offenherzigen Oryana und ihren gut gelaunten Freunden.
"Bist du sicher? Es wäre schön, dich dabei zu haben."
"Ja, bin ich. Mach dir einen schönen Abend mit deinen Freunden. Du hast es verdient."
Sie wandte sich ab und ging mit Tränen in den Augen hinauf in ihr Zimmer.
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Tane verhält sich merkwürdig. Werden wir erfahren, was der Grund dafür ist? Schalten Sie auch nächstes Mal wieder ein, wenn es wieder heißt "Hickenbottoms Erbe - die Soap von der Konsole."
***
Oryana trat ihren ersten Tag an der High school an. Als sie mit Nirvelli ankam, standen zwei Jungen auf dem Gelände und warfen sich Bälle zu. Ohne zu zögern, ging Oryana auf die beiden zu und sprach sie an.
Ihre große Schwester blieb erstaunt zurück und beobachtete die drei. Lucas schien nicht sehr erfreut.
"Oryana, komm jetzt, wir müssen rein gehen.", fauchte Nirvelli.
Aber ihre Schwester winkte ihr nur mit einer Geste ohne sie anzusehen. Stattdessen galten ihre Augen nur Chris.
Verärgert ging Nirvelli allein ins Gebäude und bereits in ihre Klasse. Die erste Stunde hatte sie Wirtschaft. Normalerweise passte sie immer gut auf, machte sich viele Notizen und war allgemeinhin das, was die anderen einen Streber nannten. Doch heute merkte sie, dass sie regelrecht unkonzentriert war. Ständig drifteten ihre Gedanken ab und immer wieder erwischte sie sich dabei, dass sie keine Ahnung hatte, was der Lehrer gerade erzählt hatte. Hätte er sie gefragt, wäre sie gnadenlos aufgeflogen. Zu ihrem Glück kam es nicht dazu.
Nach der Stunde traf sie sich mit Oryana im Pausenraum.
"Du kannst doch nicht an deinem ersten Tag wahllos irgendwen anflirten.", belehrte Nirvelli ihre Schwester.
"Tu ich doch gar nicht."
"Und was war das heute früh? Du warst noch nicht einmal im Gebäude."
"Ach das...", Oryana lachte vergnügt. "Das war nicht wahllos."
Nirvelli schüttelte leicht den Kopf. "Das glaube ich einfach nicht. Weißt du denn überhaupt, wer das ist?"
"Klar weiß ich das." Oryana zuckte flapsig mit den Schultern. "Das ist Chris."
"Er ist der Captain der Football Mannschaft.", flüsterte Nirvelli.
"Und?"
"Wie, und? Er ist hier so etwas wie ein Star."
"Ist mir doch egal.", schnaubte Oryana.
In dem Moment ging Chris am Tisch vorbei.
"Er hat so einen süßen Po.", schwärmte das junge Mädchen. "Hey, Chris," rief sie ihm entgegen. Der Star der Schule blieb stehen und schaute sich um. Schnell entdeckte er die Quelle des Rufs und kam auf die Schwestern zu.
"Oh nein...", hauchte Nirvelli.
"Setz dich doch zu uns." Oryana lud ihn lächelnd ein.
Er zog die Augenbrauen in die Stirn, zuckte mit einer Schulter und zog den Stuhl zurück.
"Hätte nicht gedacht, dich so schnell wieder zu sehen.", sagte er.
"Du wirst mich noch öfter sehen, als dir lieb ist." Frech zwinkerte sie ihm zu - und kassierte einen Fußtritt von ihrer Schwester.
"Oh, du kennst doch sicher meine Schwester." Sie zeigte auf Nirvelli.
"Eigentlich nicht.", gab er zurück.
"Das solltest du aber. Sie geht hier schon über ein Jahr zur Schule."
"Ich sehe hier jeden Tag sehr viele Mädchen."
"Glaub mir,", wies sie ihn zurecht. "SO ❤️❤️❤️❤️ siehst du auch nicht aus. Zieh die Sportjacke aus und der Thrill is gone."
Chris schaute irritiert von einem Mädchen zum anderen. Nirvelli wäre am liebsten im Boden versunken. Ihre Schwester wusste offensichtlich nicht, wie man respektvoll mit jemandem sprach, der diesen Respekt gewohnt war. In Gedanken hoffte und betete sie, dass etwas passieren möge, um diese Situation zu beenden.
Doch stattdessen kam Lucas an den Tisch.
"Chris, man, was treibst du hier?"
"Hey, du bist doch der andere Typ.", scherzte Oryana.
"Lucas.", antwortete er. "Du bist die, die vorhin unser Training gestört hat.
"Ach komm, ", Oryana winkte ab," das war kein Training. Ihr habt euch davor gedrückt, rein zu gehen."
Die Jungs warfen sich verwirrte Blicke zu.
"Kennst du die?", fragte Lucas Nirvelli.
Innerlich jubelte sie, als die Pausenglocke erklang.
"Ich muss los.", sprang sie auf und eilte in die Klasse.
Endlich hatte sie es geschafft, sich mit ihm zu verabreden. Das letzte Mal hatte sie ihm beim Geburtstag ihrer Schwester gesehen und dort so gut wie gar nicht mit ihm gesprochen. Dieser Abend lag ihr schwer im Gedächtnis. Es war nun Zeit, darüber zu sprechen und Klarheiten zu schaffen.
Als das helle Geräusch des Fahrstuhls erklang, blieb Nirvellis Herz für einen Moment stehen. Sie atmete tief ein und als die Tür sich öffnete, stand er vor ihr. Nun pochte ihr Herz wie verrückt. Sie war sich sicher, dass er es hörte. Die ganze verdammte Stadt musste es hören.
Verlegen lächelte sie ihn an. Festen Schrittes kam er auf sie zu und nahm sie in seinen Arm.
"Es tut so gut, dich zu sehen.", raunte er direkt neben ihrem Ohr. Mit den Händen spürte sie den Bass seiner Stimme in seinem Oberkörper.
"Wollen wir uns setzen?" Noch immer unsicher deutete sie auf einen der freien Plätze direkt an der Balustrade.
"Gern. Es ist ein herrlicher Ausblick hier oben."
Sie stimmte zu und setzte sich.
"Also?", begann Tane, nach einigen Sekunden unsicherer Stille. "Wie geht es dir? Wie läuft die Schule? Kommst du zurecht?"
"Es ist okay.", nickte sie schüchtern.
"Wie macht sich Oryana?"
"Oh, sie ist... naja, etwas peinlich manchmal. Sie macht eben ihr Ding."
"Ja, ich verstehe." Tane lachte leise.
"Tane...,", Nirvelli seufzte, "ich wollte mir dir reden, weil... naja, weil..."
"Ich weiß schon." Er rang sich ein Lächeln ab. "Ich war wohl in letzter Zeit nicht sehr offen zu dir."
Aufmerksam hörte Nirvelli zu und versuchte, ihren Herzschlag zu ignorieren, der wieder laut gegen ihren Brustkorb pochte.
"Es tut mir leid, Velli, das hast du wirklich nicht verdient. Du warst mir immer eine gute Freundin und ich hoffe, du verzeihst mir."
"Natürlich.", flüsterte sie aufgeregt.
"Die Situation war für mich nicht leicht, verstehst du?", fuhr Tane fort. "Ich meine, der Schulwechsel, viele neue Leute und eine ganz andere Art zu Lernen. Und ich wusste einfach nicht, wie ich mich dir gegenüber verhalten sollte."
"Ich bin so froh, dass du mir das sagst. Ich mag es nicht, wenn wir nicht miteinander reden. Ich... Ich habe dich sehr vermisst."
Tane lächelte herzlich. "Ich habe dich auch sehr vermisst."
"Ich würde dich sehr gern in den Arm nehmen.", hauchte Nirvelli.
Wieder lächelte er. "Dann aber richtig.", sagte er, stand auf und nahm sie an die Hand. Er wollte sie gerade an sich ziehen, als Nirvelli erneut das Herz stehen blieb. Sie musste es einfach tun. Obwohl sie so schreckliche Angst davor hatte, lehnte sie sich vor und gab ihm einen Kuss. Sie schloss die Augen und atmete tief ein. Der Duft, den er ausströmte, umhüllte ihre Sinne. Dieser Moment hätte ewig andauern können. Aber sie löste ihre Lippen von seinen und sah ihm tief in die Augen. Sie wollte etwas sagen, fand aber keine Worte. In ihrem Kopf rasten unzählige Gedanken durcheinander und ihr Bauch kribbelte so stark, dass ihr fast übel davon war. Aber es war keine unangenehme Übelkeit. So etwas hatte sie nie zuvor gespürt.
Tane stand da und starrte sie überrascht an. Es dauerte ein oder zwei Sekunden, bis er realisiert hatte, was gerade geschehen war. Ungläubig fasste er mit dem Finger an seinen Mund - wo gerade noch ihre Lippen lagen.
"Ehm... Ich... Ich sollte gehen." Tane drehte sich um und war so schnell im Treppenhaus verschwunden, dass Nirvelli nur ratlos zurück bleiben konnte. Mit offenem Mund starrte sie auf die Tür zum Treppenhaus und fragte sich, was sie nun schon wieder falsch gemacht hatte.
Ein bisschen habe ich allerdings das Gefühl, dass Tane sich tatsächlich mehr für Oryana interessiert.
Die freche, lebenslustige, kontaktfreudige Oryana, welche sehr direkt in ihrer Wortwahl ist, scheint damit den ebenso stillen Tane genauso zu beeindrucken, wie all die anderen.
Für die stille Nirvell, die am liebste überhaupt nicht auffallen möchte ist solch ein Verhalten natürlich das schlimmste und peinlichste was sie sich denken kann.
Und jetzt wo sie endlich den Mut hat, Tane zu zeigen, was sie wirklich für ihn fühlt, rennt dieser schon wieder davon und lässt sie weiterhin im Ungewissen.
Ihr wollt wissen, welche GPG-Sims aktuell in meiner Welt sind?
Dann schaut doch einfach mal hier: https://docs.google.com/document/d/14Zy9mkBs-jH0P7tb_or2-9OcCJJ79txPQmze9j2XDUg/edit?usp=sharing
Das große GP-Inhaltsverzeichnis
(Verlinkungen zu den GP-Geschichten aus Spionelfchens Welt): https://docs.google.com/document/d/1sbeMX4rULwKV6MjQhdunHeYJ1eTsvZqFbK5QwNt3U3U/edit?usp=sharing
EA-ID: Erdmute-Rebenvon
Danke auch @SpionelfchenNaseweiß
Aber wie es nun mit Tane ausgeht... Die Wetten werden jetzt angenommen. Immer her mit den Einsätzen ^^
***
Als Nirvelli nach Hause kam, lag auf dem Küchentisch ein Brief - adressiert an Familie Hickenbottom. Verwundert sah sie sich den Umschlag an und stellte fest, dass er von ihrer Mutter kam. Nirvelli öffnete ihn und es fiel ein Foto heraus. Sie hob es auf und betrachtete es. Ein Selfie vor einem Schloss. Schließlich begann sie zu lesen:
"Liebe Familie. Ich hoffe, es geht euch gut.
Ich bin gerade in Hyrule angekommen. Es war ein langer und beschwerlicher Weg hierhin. Aber allein die Aussicht ist es absolut wert.
Ich habe einen zauberhaften jungen Mann kennen gelernt. Er redet nicht sehr viel, aber er ist ein echter Schwertkämpfer. Die Geschichten, die ich ihm aus der Nase ziehe, sind spannender als alles, was euer Vater sich hätte ausdenken können - nichts für ungut, Salim. Gemeinsam sind wir auf einem gigantischen mechanischen Elefanten durch einen See geritten und wir waren auf einer Insel, auf der man ein riesiges gepunktetes Ei auf einem Vulkan bewundern kann. Es heißt, wenn dieses Ei in den Schlund hinein stürzt, würde die Insel sich in Luft auflösen.
Man kann hier so viel unternehmen. Morgen gehen wir zusammen in einen verzauberten Wald. Wenn man den richtigen Weg durch dichten Nebel und vorbei an kleinen Kreaturen findet, die einen mit Nüssen und Zapfen bewerfen, soll man an eine wunderschöne Lichtung gelangen, wo der älteste Baum der Welt steht. Vielleicht zeigt mein neuer Freund mir dann sogar sein magisches Schwert. In zwei Tagen muss er dann wieder los und den Mond daran hindern, auf die Stadt zu stürzen. Das klingt so aufregend. Ich bin auf jeden Fall wahnsinnig gespannt.
Ich liebe euch und denke oft an euch. Bis bald, Mama."
Genauso habe ich mir das vorgestellt.
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***
Am nächsten Tag, als Nirvelli Bücher aus ihrem Spint holen wollte, sprach Chris sie an. Zuerst bemerkte sie gar nicht, dass er mir ihr sprach. Aber es war sonst niemand da, also drehte sie sich zu ihm herum.
"Du bist doch die Schwester von Oryana oder?"
Im Stillen dachte sie sich, was das für eine blöde Frage war. Jeder hier hatte inzwischen mitbekommen, dass sie Schwestern waren. Außerdem hatte er schon bei ihnen am Tisch gesessen.
"Ja.", sagte sie.
Er nickte lachend: "Sie ist ziemlich direkt oder?"
"Ja, manchmal."
"Ihr seid euch nicht sehr ähnlich.", stellte er weiter fest.
Leicht genervt bemühte sie sich, lässig zu wirken. Sie verstand nicht, worauf diese Konversation hinauslaufen sollte. Wollte er sie nun auch noch beleidigen? Oryana war die Coole und sie selbst hatte nichts davon?
"Tut mir leid, ich muss los."
Sie schnappte ihre Sachen und ging hinunter zu den Toiletten. Als sie wenige Minuten später in der Klasse ankam, saß Chris in der ersten Reihe. Angeregt unterhielt er sich mit Oryana. Nirvelli seufzte stumm und setzte sich neben ihre Schwester.
"... -gentlich nichts Besonderes, aber es is cool, zusammen abzuhängen.", sagte Chris.
"Ja, das klingt gut.", nickte Oryana.
"Also sehen wir uns?"
"Wie könnte ich dem Captain widersprechen?", kicherte sie.
Er nickte zufrieden, stand auf und ging.
"Was war das denn?", fragte Nirvelli.
"Wir haben ein Date." Oryana strahlte übers ganze Gesicht.
"Was soll das heißen?"
"Du und ich gehen zum Football-Training."
"Was? Nein." Nirvelli war entsetzt. Ihre Schwester wusste genau, dass sie von solchen Veranstaltungen nichts hielt.
"Aber ich habe ihm zugesagt."
"Dann sagst du eben wieder ab. Ich verstehe dich nicht. Warum machst du Dates für mich ab?"
"Ich wollte dir nur helfen." Oryana schien tatsächlich bestürzt über Nirvellis Reaktion. "Mit Tane ist es ja nicht so gut gelaufen."
"Ich brauche deine Hilfe nicht. Und ich will sie nicht. Was stimmt denn nicht mit dir?"
Jetzt war Nirvelli wirklich wütend. Was fiel Oryana ein, so über sie hinweg zu bestimmen? Sie hatte kein Recht, sich ein Urteil darüber zu bilden, wie es mit Tane gelaufen war. Sie wusste gar nichts darüber, wie es in ihrer Schwester aussah. Sie kannte das Gefühl der Zurückweisung nicht. Sie hatte immer die Aufmerksamkeit von allen bekommen.
"Wo liegt denn das Problem? Wir lernen doch nur Leute kennen."
"Du solltest dich etwas mehr auf den Unterricht konzentrieren.", riet Nirvelli ihrer Schwester.
"Wer sagt, dass ich das nicht tu?"
"Das alles ist doch nur ein Spiel für dich. Du baggerst ihn an, seit du hier angefangen hast."
"Warum nicht? Er ist nett."
Nirvelli traute ihren Ohren nicht. Skeptisch sah sie ihre Schwester an und sagte:
"Er ist ein Idiot."
"Okay, ja, er ist ein Idiot. Aber er ist so süß dabei. Wie ein süßer, kleiner Hamster, der zu oft von seinem Laufrad geplumpst ist."
Augenrollend wandte Nirvelli sich ab. "Mach, was du willst. Ich gehe da nicht hin."
"Och, bitte. Wir haben früher immer alles zusammen gemacht." Oryana bettelte regelrecht. Es fehlte nur noch, dass sie auf die Knie fiel.
"Das stimmt nicht."
"Aber es hätte so sein sollen. Komm schon, tu mir den Gefallen. Das wird dich von gestern abend ablenken."
Nirvelli schnaubte verachtend. Das Problem bei diesem Argument war, dass es vermutlich stimmte. Tane spukte ihr tatsächlich die ganze Zeit im Kopf herum. Spät in der Nacht hatte er eine Nachricht geschickt, in der stand, dass er sie diese Woche noch treffen wollte. Dieser Gedanke machte sie nachhaltig nervös. Ja, sie war angespannt. Und ja, etwas Ablenkung würde ihr gut tun.
"Schön,", maulte sie schließlich, "aber danach benimmst du dich nicht mehr wie eine rollige Katze."
Oryana lachte: "Ha! Na gut, wenn dich das glücklich macht, Schwesterherz."
"Da ist er.", rief Oryana. "Lass uns hingehen und Hallo sagen."
"Sollten wir das nicht später machen? Ich meine, sie haben doch schon angefangen. Da stören wir nur."
"Ich glaube nicht, dass - "
"Können wir es nur ein Mal so machen, dass ich mich auch damit wohlfühlen kann?"
Mit großen Augen sah Oryana ihre ältere Schwester an. Sie wirkte wirklich etwas unglücklich. "Klar.", lächelte sie freundlich und gemeinsam setzten sie sich.
"Also,", begann Oryana, "was ist das mit Tane? Wirst du ihn treffen?"
Nirvelli nickte. "Natürlich. Er will mir etwas Wichtiges erzählen. Er kommt morgen, wenn er mit seinem Kram zu Hause fertig ist."
"Morgen schon." Ihre Schwester staunte. "Bist du aufgeregt?"
"Total." Sie musste etwas verlegen schmunzeln, fing sich gleich wieder und fügte hinzu: "Aber es wird schon alles gut gehen."
"Glaubst du, er mag dich?"
"Ich weiß es nicht. Ich dachte es. Aber jetzt... weiß ich es einfach nicht mehr." Etwas traurig schaute sie zu Boden.
Oryana nahm ihre Hand und drückte sie liebevoll.
"Egal, was er sagt. Ich bin für dich da. Okay?"
Nirvelli nickte gerührt.
Eine Weile sahen die Mädchen den Sportlern zu - Sie warfen das Ei hin und her, rannten Bahnen im Dauerlauf und im Sprint, warfen das Ei hin und wieder zurück und rannten wieder Bahnen.
"Wie lange geht eigentlich so ein Training?", murmelte Oryana irgendwann. Nirvelli war sich nicht sicher, ob die Frage an sie gerichtet oder nur ein lauter Gedanke war.
"Keine Ahnung.", zuckte sie schließlich mit den Schultern.
"Ich glaube, das reicht jetzt." Entschlossen stand das jüngere Mädchen auf und betrat das Feld. Niemand schien sich dafür zu interessieren oder versuchte gar, sie aufzuhalten. Ungehindert marschierte sie zu Chris und begann mit ihm zu reden.
Nirvelli war ihr auf einige Schritte gefolgt, auf halber Strecke aber stehen geblieben und beobachtete die beiden. Es war nicht das erste Mal, dass ihre kleine Schwester ihr imponierte. Sie machte sich einfach keinen Kopf darüber, was andere über sie dachten. Sie war ein richtiger Freigeist, mit sich selbst im Reinen und es gab nur sehr wenige Dinge, die sie einschüchtern konnten. Und nahezu jeder mochte sie dafür. Auch Chris schien ihr nicht böse zu sein, dass sie ihn nun schon das zweite Mal beim Training störte.
Nirvelli fragte sich, was Oryana wohl zu ihm sagte. Sie machte noch zwei Schritte und spitzte ihre Ohren.
"... gesagt, es wird lus... , aber ... weilen uns." Oryana sprach in ihrem charmanten Tonfall.
Chris lachte. "Okay, viellei... das Richtige fü... fen."
"Was reden die da?"
Nirvelli wirbelte erschrocken herum. Lucas stand plötzlich neben ihr, den Blick ebenfalls auf die beiden gerichtet.
"Ich... bin nicht sicher.", antwortete Nirvelli verlegen.
"Hängen die jetzt öfter zusammen ab?"
"Tut mir leid, ich weiß soviel wie du."
"Wie war dein Name noch mal?"
"Nirvelli."
Er nickte. "Das klingt interessant. Ist das... indianisch?"
"Ja."
Er trat einen Schritt zurück und musterte sie von oben bis unten.
"Du siehst nicht indianisch aus.", stellte er fest.
Ein verspieltes Schmunzeln huschte über ihr Gesicht. "Nein.", sagte sie.
"Wollen wir weiter hier stehen wie Spanner oder gehen wir rüber zum ungleichen Paar?"
"Lass uns hingehen.", nickte sie und bemerkte nicht, dass ihr schon wieder ein Lächeln über die Lippen rutschte.
"Was redet ihr da die ganze Zeit?", fragte Lucas mit kräftiger Stimme.
"Ich glaube, dein Kumpel will mich einladen, aber irgendwie ist das Angebot schwach."
"Um den heißen Brei herumlabern... Das kann er gut." Lachend gab er dem Blonden einen Fausthieb in den Oberarm. Mit verzogener Mine rieb Chris sich die Stelle.
"Du musst ihm verzeihen. Er ist es nicht gewohnt, dass Mädchen einen eigenen Willen haben. Was haltet ihr zwei davon, wenn wir für euch kochen? Wir haben ein Apartment in der Stadt mit super Ausblick."
Die Schwestern tauschten stumme Blicke aus und nickten sich dann zu.
"Nur der Ausblick reicht. Wir wollen euch nicht überfordern.", grinste Oryana.
"Umso besser. Macht ihr eine Zeit ab, ich passe mich dann an. Muss mich beeilen. Habe noch etwas zu tun."
Mit einem Winken in die Runde verabschiedete sich Lucas und war schnell hinter der Sporthalle verschwunden.
Auch Chris blieb nicht mehr lange. So waren die Schwestern nur noch unter sich, als Nirvelli sagte:
"Danke, dass du mich hergeschleppt hast. Es hat wirklich gut getan, etwas Anderes zu sehen."
"Wir beide werden immer zusammen halten, Velli."
Aber es gelang ihr nicht so recht, die Konzentration aufzubringen. Immer wieder schaute sie auf die Uhr. In weniger als zwei Stunden würde Tane eintreffen. Sie war nervös. Nein, sie hatte sogar richtige Angst vor dem, was er ihr sagen könnte. In ihrem Kopf hatte sie unzählige Szenarien durchgespielt, eines abstrakter als das nächste. In nur einem einzigen gestand er ihr seine Liebe.
Nirvelli seufzte. Das Lernen hatte so keinen Sinn. Sie beschloss, nach unten zu gehen, einen Snack vorzubereiten und auf ihn zu warten. Vielleicht konnte sie einfach etwas Zeit mit der Familie und den Katzen verbringen, um sich abzulenken.
Sie wusste nicht, dass Tane bereits im Haus war. Mit Salim war er ins Kleinkind Zimmer gegangen, um sich einen Rat zu holen.
"Es geht um Nirvelli.", begann er.
Salim nickte wissend. "Sie war neulich nicht sonderlich gut drauf nach eurem Treffen."
"Ja,", murmelte Tane, "kann ich mir denken."
"Was hast du angestellt?"
Der Teenager zögerte. "Ich weiß nicht, ob es ihr recht wäre, wenn ich davon erzähle. Aber ich muss mir ihr reden und weiß nicht, wie."
Salim wischte sich über den Bart. "Wo liegt das Problem?"
"Ich fürchte, ich werde sie enttäuschen."
"Verstehe." Der Familienvater löste den Blick vom Jungen und überlegte einen kurzen Moment. "So etwas ist immer schwierig.", sagte er dann. "Du kannst nicht viel tun, außer ihr klar zu machen, was du fühlst. Sei ehrlich und respektvoll. So habe ich versucht, sie zu erziehen und ich denke, das sind Dinge, auf die sie Wert legt."
"Aber was ist, wenn sie wütend wird? Oder noch schlimmer, verletzt?"
"Das können wir leider nicht immer vermeiden. Vielleicht wird sie wütend, vielleicht auch gekränkt. Aber wenn ihr wirklich Freunde seid - und meiner Meinung nach seid ihr das - wird sie sich wieder beruhigen." Eindringlich sah er Tane in die Augen. "Und dann wird sie dankbar für deine Ehrlichkeit sein."
Tane seufzte. "Ich wünschte, es gäbe einen anderen Weg."
"So ist es leider manchmal. Und es ist eure Aufgabe, zu lernen, solche Situationen zu meistern. Aber ich bin sicher, ihr bekommt das hin."
"Okay.", nickte Tane nachdenklich. "Danke."
Salim stand auf und ging auf seinen jungen Freund zu. "Tut mir leid, dass ich dir nichts angenehmeres sagen kann." Aufbauend klopfte er mit der Hand auf Tanes Schulter und verließ den Raum.
Der Gast blieb noch einige Sekunden sitzen, bevor er durchatmete und ebenfalls in Richtung Küche ging. Nirvelli, Oryana und Picasso saßen gemeinsam am Tisch und hatten etwas Obstsalat genossen.
"Hey ihr. Was treibt ihr?", begrüßte Tane die Runde.
"Essen, dann ausgehen." Oryana kaute noch auf dem letzten Bissen herum.
"Allein?", versuchte er ein Gespräch zu entwickeln - aus purer Verzweiflung. Es könnte ihm die Scheu vor dem nehmen, was ihm bevorstand.
"Quatsch allein. Mit nem Footballtypen."
"Wirklich? Ich wusste nicht, dass du auf Sportler stehst.", staunte er.
"Ich bin jung,", grinste sie ihm zu, "ich stehe auf Vieles."
Er schenkte ihr ein geübtes Lächeln. "Dann viel Spaß."
Nirvelli hatte gerade begonnen, das Geschirr zusammen zu räumen, als er auf sie zukam und leise fragte:
"Können wir reden?"
"Jetzt?"
"Ja, bitte."
"Okay." Sie nickte kurz und beide gingen ins Wohnzimmer.
"Komm her." Er umklammerte sie und drückte sie fest an sich.
"Es tut mir leid, was auf dem Dach passiert ist. Ich hab dich so unfassbar gern und will dich nicht verlieren." Er sprach leise, beinahe gebrechlich, fand Nirvelli. Sein Klang beunruhigte sie etwas. Eine schwere Last schien auf ihm zu liegen.
"Komm, setzen wir uns.", sagte sie und löste sich aus seiner Umarmung.
Tane seufzte ein, dann ein zweites Mal, bevor er schließlich begann:
"Okay, also du hast die komplette Wahrheit verdient. Und ich hoffe, dass du mir vergeben wirst und wir trotzdem noch Freunde sein können."
"Mach es bitte nicht so dramatisch. Ich habe schon verstanden, dass du mich nicht so magst wie ich dich."
"Das liegt aber nicht an dir.", sagte er.
"Sondern?"
Jetzt suchte er ihren Blick und lächelte zaghaft. "Ich bin schwul."
Nirvelli starrte ihn überrascht an. "Was?"
"Ich stehe nicht auf dich, weil du kein Typ bist."
"Ich weiß, was schwul bedeutet.", nickte sie langsam. "Es ist nur... Warum hast du mir das nie gesagt? Wir waren doch beste Freunde."
"Von meiner Seite aus sind wir das noch immer."
"Aber... warum hast du es mir dann nicht erzählt? Schämst du dich? "
Er schmunzelte. "Nein, absolut nicht. Wofür auch?"
"Was ist es dann?"
Tane seufzte wieder, dieses Mal schwer und nachdenklich. "Ich schätze, ich hatte Angst. Als ich es meinen Eltern gesagt habe, ist mein Vater total ausgerastet. Er hat mich beschimpft und wollte mich aus dem Haus werfen."
"Das kann ich nicht glauben."
"Meine Mutter konnte ihn besänftigen, aber er hat seitdem nicht mehr mit mir gesprochen."
Nirvelli wandte den Blick von ihm ab. "Das ist furchtbar. Es tut mir wirklich leid."
"Ich war dadurch total verunsichert.", fuhr er fort. "Und ich hätte es nicht verkraftet, noch so eine Abfuhr zu kassieren. Ich weiß, dass das falsch war und es tut mir leid."
Sie lächelte. Sie war noch immer traurig, aber ein Teil in ihr fühlte auch Erleichterung. Nicht ihre Minderwertigkeit war der Grund für seine Zurückhaltung. Er hätte sich ebensowenig für jedes andere Mädchen interessiert. Auf eine merkwürdige Art beruhigte sie das. "Ist schon gut.", sagte sie. "Ich verstehe das."
"Wirklich?"
"Ja. Ich mache dir keinen Vorwurf."
Tane lächelte erleichtert. Sie bemerkte, dass er einen heftigen Brocken hinunter würgte und seine Augen feucht wurden.
Sie behielt ihre Beobachtungen für sich. Er sollte sich einen Moment nehmen können, um sich zu fangen.
"Da ist ... noch etwas.", begann er nach einem Moment erneut.
Schlagartig wurde sie wieder nervös. Was sollte jetzt noch kommen?
"... Ja?"
Er suchte offensichtlich nach den richtigen Worten, kaute auf seinen Lippen herum, atmete tief ein, als wollte er etwas sagen, schüttelte leicht den Kopf und stieß die Luft wieder aus.
"Ich weiß nicht wie ich es sagen soll.", presste er dann hervor. "Aber ich will keine Geheimnisse mehr zwischen uns."
"Okay... Was ist es?"
"Es... ist mir wirklich unangenehm. Und es... fällt mir wirklich schwer, das zu sagen."
"Was?"
Wieder würgte er einen Schluck herunter. Sein Blick sprang unsicher in Richtung Flur, als wollte er sicher gehen, dass niemand sonst zuhörte.
"Ich weiß, es ist mehr als unangebracht, aber..."
"Tane!" Ihre Stimme klang schriller, als sie wollte und sie erschrak selbst etwas vor ihrem Ausruf. "Du machst mich nervös. Was ist es?"
"Salim." Tane starrte auf den Boden und regte sich nicht. Er wirkte wie ein gehetztes Tier, einen Moment, bevor dessen Körper zusammenbrach.
Nirvelli starrte ihn mit großen Augen an. Sie wusste nicht, was sie von all dem halten sollte. Diese Situation gefiel ihr ganz und gar nicht. "Was ist mit ihm?"
"Ich..." Er schloss die Augen und atmete noch ein Mal tief ein. "Ich bin verliebt in Salim."